9. Etappe von Trampe nach Leuenberg (ca. 17 km)

9.10.2014

In Trampe nach unkomplizierter Anreise mit S-Bahn, Regionalbahn und Bus angekommen, holen wir nach, was wir bei der letzten Wanderung aus fahrplantechnischen Gründen versäumt hatten: Wir gehen in den Schlosspark/Gutspark in Trampe und stellen fest, dass man für eine Erkundung des ca. 25 ha großen Areals mit seinen Burgresten wohl einen halben Tag einplanen müsste. Deshalb verschieben wir die Besichtigung auf später im Leben und machen uns auf den Weg zum Gamengrund. Bis dahin geht es durch stille Wälder einige Kilometer nach Osten, bis wir an der Nordspitze des Gamensees (19) nach Süden einschwenken. Es gibt eine Reihe von kleinen Badestellen, leider ohne Sitzgelegenheiten, dafür mit schöner Aussicht auf den langgezogenen, schmalen See mit schilfbewachsenen Ufern. Reine Natur. Ein Angler kommt, den wir eigentlich nicht weiter stören wollen. Die Wasserqualität sei gut, aber mit Fischen ist’s nicht weit her, sagt der Angler. Warum er dann hier angelt, weiß er hoffentlich. Bei schönem Wetter (statt des vorhergesagten Dauerregens) wandern wir durch Wälder und nur selten offene Landschaften durch das Tal, das Gamengrund heißt. Es ist ein eiszeitlicher Entwässerungsgraben hin zum Berlin-Warschauer Urstromtal, dessen Reste sich uns als Seenkette darbieten, wie um die schwache Ausbeute an Seen auf den letzten beiden Etappen etwas auszugleichen: Wir kommen zum Teufelssee (20), danach zu drei kleinen, noch unbenannten Waldseen, denen wir einfach unsere Namen geben (Frage: Wer benennt Seen und wo kann man die Namensrechte anmelden?). Dann versperrt uns ein rot-weißes Absperrband den Weg und das Schild mit der Aufschrift „Forstarbeiten, Betreten verboten“ unterstreicht die Warnung eindringlich. Da es außer der Umkehr keine Alternative gibt, missachten wir in bester Wanderertradition das Verbot, lassen den Lastwagen, der uns bald entgegenkommt, freundlicherweise vorbei und tun so, als ob wir friedliche Absichten hätten. Wir laufen etwa einen Kilometer auf schmierigem, von den Lastwagen aufgewühltem Boden, bis wir die Verbotszone wieder verlassen. Die nächsten Gewässer sind Buchsee (21), Dümpel (22), Langer See (23) und schließlich der Röthsee (24), der aber nur nach Durchqueren einer gut besuchten Schafweide erreicht werden kann. Die Schafe mähen zwar aufgeregt, sind sich ihrer potenziellen Macht aber nicht bewusst und machen den Weg frei. In Leuenberg kehren wir in die Jagdclause (so geschrieben) ein, weil wir bis zur Abfahrt des Busses noch über eine Stunde Zeit haben. Die Soljanka bekommt eine gute Note und die Wirtin spricht unaufgefordert über ihr Leben als Tanz- und Eisschnelllaufmeisterin. Die Preisgestaltung ist sonderbar; dass eine Apfelschorle 0,4 l teurer ist als ein Pils 0,5 l erschließt sich uns nicht. Den Weg zurück mit dem Bus bis Werneuchen, der Regionalbahn bis Lichtenberg und dann mit der S-Bahn kennen wir schon. Keine Verzögerung durch Signalstörung, Kabeldiebstahl oder sonstige Feinde des geregelten Bahnbetriebs…

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