20. Etappe von Halbe nach Teupitz am 9.1.2017 (ca. 12 km)

Es liegt Schnee und trotzdem wandern wir in größerer Gruppe immerhin zu sechst. Die Anfahrt nach Halbe ist vertraut, Kaffee und Kuchen beim Edeka Becker-Bäcker lassen wir aus, weil wir ob der Bodenverhältnisse verkürzt statt nach Egsdorf nur nach Teupitz marschieren wollen. In Halbe laufen wir auf der Ostseite am Bahnhof vorbei und verpassen den rechts liegenden Karosseriesee, weil wie unaufmerksam sind und er in Reschkes Wegbeschreibung (S. 188) nicht vorkommt. Nachdem wir die Gleise überquert haben, sehen wir aber den schneebedeckten, weil natürlich zugefrorenen, Großen und Kleinen Heidesee (60),

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die hier aber nur als ein Gewässer gezählt werden, weil sie faktisch ineinander übergehen. In Halbe finden wir, wie vorausgeahnt, nicht auf Anhieb den richtigen Weg aus der Ortschaft heraus, da Beschilderung und Beschreibung nicht eindeutig sind. Eine aufmerksame Anwohnerin, die das Umherirren auswärtiger Wandersleut` schon kennt, weist uns den richtigen Weg. So verpassen wir zwar die vor uns liegende alte Tongrube, die man mit gutem Gewissen in die Seensammlung hätte aufnehmen können, stoßen dafür aber auf den neben der Straße liegenden Waldsee (61), der bei Reschke zwar in der Karte eingezeichnet ist, im Text aber übergangen wird. Da die heutige Etappe etwas knapp an Seen ist, wollen wir ihn, auch wenn wir die Zahl 66, wie man jetzt schon sieht, bei weitem übertreffen werden, mitzählen, denn was wäre eine Seenwanderung ohne Seen?

Wir kommen bald in den Wald, der zur Teupitzer Heide gehört, alles malerisch verschneit und teilweise sind die Wege,

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wenn Wurzeln unter der dünnen Schneedecke liegend nicht erkannt werden, recht glatt. In den letzten Tagen ist offenbar nur ein Wanderer diesen Weg gegangen, wie wir an einer einzelnen, gut verfolgbaren Fußspur auch ohne indianischen Spürsinn erkennen können. Um die Autobahn zu überqueren, müssen wir ein paar hundert Meter entlang der Straße marschieren, wobei der Weg im vom Winterdienst neben die Fahrbahn geschobenen Schneematsch recht anstrengend ist. Vor einer Tankstelle halten wir uns wie vorgesehen nach rechts, um zum Nicolasseee (62) zu gelangen. Hinter dem See müssten wir eigentlich nur die bei Reschke gestrichelt eingezeichnete Linie nach Teupitz laufen, aber was wäre eine 66-Seen-Etappe ohne wenigstens kleinen Umweg? Wir gehen an einer Abzweigung statt nach rechts geradeaus und befinden uns auf dem Weg ins Nichts, bzw. Richtung Nordpol. Nach einiger Zeit greifen wir doch auf das GPS zurück und gleichzeitig informiert uns eine einsame Reiterin über den Weg nach Teupitz. Zurücklaufen müssen wir nicht. Das käme aber sowieso nicht in Frage. Nach cirka 20 Minuten erreichen wir das Restaurant „Schenk von Landsberg“, wo sich die meisten Mitwanderer die Königsberger Klopse mit Kapernsoße schmecken lassen. Aufgewärmt fahren wir mit dem Schulbus am frühen Nachmittag über die Dörfer zum Bahnhof Bestensee, wo uns ein Zug mit Anschluss nach Berlin Ostkreuz bringt. Nächste Etappe im Frühling!

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