19. Etappe von Köthen nach Halbe am 13.10.2016 (ca. 18 km)

Same procedure as last Etappe: Kein Bus, der nach Köthen fährt – zumindest nicht zu einer Zeit, die einem Wandersmann in den Kram passen könnte, nämlich morgens. Also wieder das Taxi bestellt. Merkwürdiger Fahrer, der zuerst seine Zigarette aufrauchen muss, bevor er losfährt, uns verbietet die Rucksäcke mit in den Fahrgastraum zu nehmen und sich dann noch darüber wundert, dass wir „bei sonem Wetter“ nach Köthen fahren, um danach wieder zurückzulaufen. Könnte man doch gleich zuhause bleiben. Oder nichts tun und auf den Tod warten…könnte man erwidern, wenn man über das Leben philosophieren wollte. Aber nicht mit diesem Halber Taxifahrer…

Wir starten gegen 10 Uhr und können richtig viele Seen auf der 66-er-Liste abhaken: Wir marschieren um die sogenannten Köthener Heideseen herum, bzw., an ihnen entlang, als da wären: Der Pichersee (55) und der Mittelsee (56). Den Schwanensee (57) streifen wir nur. Wenn wir auf den Aussichtsturm Wehlaberg steigen wollten, was wir aber wegen des trüben Wetters mit Sichtweite 2-3 km verwerfen, dürften wir ihn umrunden. Stattdessen kommen wir am Triftsee (58) vorbei, der mit dem Mittelsee verbunden ist. Am Märchensee (59) verfehlen wir im dschungelartigen Gelände den Abzweig, merken den Fehler aber nach einigen hundert Metern und kehren um. Im zweiten Versuch, den man ja jedem zubilligen sollte, finden wir den Weg wieder. Da wir den kurz danach erreichten Wehrigsee nur schemenhaft durch Bäume schimmern sehen, zählen wir ihn nicht zu unseren 66 Seen hinzu. Immer fair und sportlich bleiben. Wenn uns am Ende ein See fehlen sollte, wissen wir, welcher es war.

Auf breitem Waldweg gehen wir Richtung Norden und diskutieren die Begriffe „Genießbarkeit“ und „Essbarkeit“ von Pilzen, die nach der langen Trockenheit mit dem Regen der letzten Tage jetzt vereinzelt zu sehen sind. Den bei Reschke beschriebenen Uferweg können wir nicht entdecken, wir sehen den Köthener See aber immerhin, bis wir vor Neuköthen abbiegen und zum Dahme-Umflutkanal gelangen, der uns jetzt bis Märkisch-Buchholz den Weg weist. Obwohl im Kanal auch Wasser ist, zählt er nicht als See, ist insofern überflüssig, als Wegbegleiter aber ganz praktisch. Eine offensichtlich nicht funktionstüchtige Schleuse verwehrt Schiffen die Weiterfahrt. Für Paddler ist aber eine Schurre zum Überziehen des Bootes vorhanden. Bevor wir nach Märkisch Buchholz hineingehen, müssen wir über die Brücke, die vor dem Kaskadenwehr über den Kanal führt. In mehreren Treppenstufen fällt das Wasser mit ordentlichem Rauschen hinab. Das geplante Mittagessen im Ort entfällt, da die Wirtschaft zwar eigentlich geöffnet hätte, ein Zettel aber ausgerechnet heute die Öffnung aber erst für 17 Uhr ankündigt. Ein zweites Restaurant hat bereits den Winterschlaf begonnen und das dritte existiert nur noch virtuell auf der Karte bei googlemaps. Um den alsbaldigen Hungertod noch etwas hinauszuzögern erstehen wir im örtlichen Kramladen an der Kirche immerhin Würstchen mit Brötchen und Kuchenteilchen. Diese wollen wir eigentlich ganz unchristlich auf den harten Kirchenbänken verzehren, aber leider hat das Gotteshaus seine Pforten nicht nur für müde Wanderer verschlossen. So genießen wir unsere Mahlzeiten im Stehen, bevor es relativ unspektakulär für ca. 5 km durch den Wald (Naturpark Heideseen) von Märkisch-Buchholz nach Halbe weitergeht. Leichter Nieselregen begleitet uns bis zum Edeka-Becker-Bäcker in der Nähe des Bahnhofs, in dem wir wie beim letzten Mal die Wartezeit auf den Zug mit Kaffee und Kuchen verkürzen. Und ein bisschen Aufwärmen tut auch ganz gut…

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